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Sousa gewinnt Azoren Rallye

Im Fiesta RRC hatte Sousa genau dann aufgedreht, als es zählte, schließlich schien der Niederländer am Schlusstag über weite Strecke der schnellere der beiden Rivalen zu sein, allerdings waren technische Probleme omnipräsent. Für die Niederlage Abbrings im brandneuen 208 T16 RS war auch eine Zehn-Sekunden-Strafe verantwortlich: Die Sanktion hatte er dafür aufgebrummt bekommen, dass er verspätet zum Start der elften Etappe erschienen war.

Die Peugeot-Crew hatte noch daran gearbeitet, das Problem mit der Servolenkung, das Abbring am Freitag viel Zeit gekostet hatte, in den Griff zu bekommen. Dritter wurde überraschend der 43-jährige Oldie Jean-Michel Raoux (Peugeot 207 S2000), der von Pech und Unvermögen der Konkurrenz profitierte.

Motor, Startvorrichtung, Reifenschaden

Der Reihe nach: Schon am Vormittag hatten beide Piloten diverse Probleme zu beklagen. Als der Schlusstag der Rallye mit dem zwölften Abschnitt eröffnet wurde, zickte sowohl unter der Haube des Peugeot als auch unter der des Ford der Motor. “Manchmal habe ich Leistung, manchmal nicht. Vielleicht ist es die Einspritzung”, schildert der schon zu diesem Zeitpunkt zweitplatzierte Abbring, der den Rückstand auf Sousa auf 10,7 Sekunden verkürzte, die Bestzeit aber Ricardo Moura (Ford Fiesta RS) überlassen musste.

Apropos Sousa: Der 27-jährige Lokalmatador stimmt in das Klagelied beim Thema Motor ein. “Keine Ahnung, ob das mit der Höhenlage zusammenhängt. Das kann schon ein Grund sein”, rätselt der Portugiese. “Es fehlt einfach etwas an Leistung.” Bei Sousa streikte auch die Startelektronik des Fiesta RRC: “Wir haben keinen weiteren Sensor, also gibt es nichts, was wir unternehmen könnten. Ich hörte, dass das Teil rund 1.000 Euro kosten soll. Ich verliere an jedem Start drei Sekunden. Ich spiele mit der Kupplung, aber da muss ich vorsichtig sein, sonst ist die demnächst auch im Eimer.”

Raoux profitiert von Gryazin-Unfall

Ehe es in den Servicepark ging, setzten auf den Wertungsprüfungen 13 und 14 erneut Moura sowie der außer Konkurrenz wiedereingestiegene Mitfavorit Kajetan Kajetanowicz (Ford Fiesta RS) die Bestmarken. Die strauchelnden Gesamtführenden lieferten sich dahinter ein enges Duell, in dem Sousa seinen Vorsprung bis zur Reparaturpause auf 19,1 Sekunden vergrößerte – auch, weil Abbring nach einer Wasserdurchquerung Bekanntschaft mit einem Straßengraben machte: “Ich lenkte ein und es stand mehr Wasser als erwartet. Ich hatte Aquaplaning, rutschte nach außen und wir haben uns gedreht.” Das Peugeot-Ass ärgert sich mächtig: “Das hätte nicht passieren dürfen.”

Abbring fand auf den Etappen 15 und 16 zurück zu alter Stärke. Mit zwei Erfolgen auf beiden Abschnitten verkürzte er den Rückstand auf Sousa auf 5,1 Sekunden, auch weil der einen Plattfuß zu beklagen hatte. Alle Podiumshoffnungen dahin waren für Vasily Gryazin: Bis dato mit komfortablem Vorsprung auf Platz drei liegend versenkte der erst 20-jährige Lette seinen Ford Fiesta S2000 in einer 90-Grad-Linkskurve neben der Fahrbahn. Der Schaden hielt sich in Grenzen, Weiterfahren aber ausgeschlossen. Raoux staubte ab: “Ich bin sehr glücklich und sehr überrascht.”

Der Einfluss der Azoren-Rallye auf die ERC-Gesamtwertung hält sich in Grenzen, nachdem Skoda auf den Trip auf die Atlantikinseln verzichtet hatte. Es führt weiter der Finne Esapekka Lappi (98 Punkte) vor dem an diesem Wochenende glücklosen Peugeot-Piloten Craig Breen (69) und der Skoda-Hoffnung Sepp Wiegand (48). Der Sachse wird sich glücklich schätzen, dass der punktgleiche Gryazin ein gutes Azoren-Resultat leichtfertig in den Straßengraben warf.

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51 Teams auf Sardinien

Fünfzehn Autos haben für die WRC-Kategorie genannt. Hayden Paddon wird sein Debüt im Hyundai i20 geben. Khalid Al Qassimi und Henning Solberg kehren in einem Citroen DS3 und einem Ford Fiesta RS zum WM-Zirkus zurück, nachdem beide bei der vergangenen Rally Argentina fehlten.

Ebenfalls zurück ist Jaroslav Melicharek. Der Slowake bestreitet in einem Fiesta RS seine erste Rallye seit seinemurn-newsml-dpa-com-20090101-130622-99-03048_large_4_3 (1) Saisonstart in Monte Carlo.

Die WRC2-Kategorie weist mit 26 Teams das stärkste Teilnehmerfeld der Saison  auf. Darunter die Top 4 der WM – Yuriy Protasov, Lorenzo Bertelli, Nasser Al-Attiyah und Karl Kruuda.

Die neuen R5-Autos von Citroen und Peugeot werden erstmals in der WRC2 starten. Der regierende WRC3-Champion Sebastien Chardonnet setzt beim Debüt des neuen Citroen DS3 R5 im Cockpit. Kruuda wechselt von einem Fiesta S2000 zu einem Peugeot 2008 T16.

Das Event von 5. bis 8. Juni startet in Cagliari im Süden der Mittelmeer-Insel. Die Basis ist in Alghero. Es umfasst 17 Prüfungen und 371,94km.

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Sousa führt auf den Azoren

Vor wenigen Stunden war es Craig Breen, der auf dem besten Wege schien, den Azoren-Lauf zur Rallye-Europameisterschaft (ERC) für sich zu entscheiden. Am späten Freitagnachmittag dürfte der Peugeot-Pilot nur Frust schieben: Nach der neunten Etappe, die er mit einer Bestzeit abgeschlossen hatte, versagte sein 208 T16 den Dienst. Vor qualmender Motorhaube stehend musste der Ire mitansehen, wie Markenkollege Kevin Abbring die Führung an sich riss – und an Bernardo Sousa (Ford Fiesta RRC) abgab.

Doch der Reihe nach: Abbring hatte bereits mit einem tadellosen Ritt über den achten Abschnitt 5,3 Sekunden des Vorsprungs Breens abgeknabbert, ehe der ehemalige WRC-Academy-Gewinner zum Konter ansetzte und anschließend den Abschleppwagen rufen musste. “Alles lief glatt, die Steine sind weg und ich habe es genossen”, so Abbring, der von seinem nahenden Technikpech zu diesem Zeitpunkt noch nichts ahnte: “Bis zum Service hatte ich keinen Schimmer von unserem Rückstand. Wir haben nur gesagt bekommen, wir sollten klug sein und den Doppelerfolg absichern.”

10320573_307999526022236_2025859832271688144_nSpätestens vor der zehnten Wertungsprüfung war klar, dass daraus nichts werden würde, schließlich musste Breen die Rallye aufgeben. Doch kurz darauf setzte auch bei Abbring die Servolenkung aus. “Plötzlich, auf den letzten acht oder neun Kilometern, glaubte ich an einen Differentialschaden. So bin ich ein Auto noch nie gefahren. Du driftest ein kleines bisschen und schon sind Hopfen und Malz verloren”, erklärt der 25-Jährige. Nutznießer war Sousa, der die Etappe gewann und seinem gehandicapten Kontrahenten 23,3 Sekunden abnahm.

Sousa will sich mit Haut und Haaren wehren

Abbrings Polster reichte aus, um die Gesamtführung zu behalten, doch auch die war nach der elften Wertungsprüfung futsch. Sousa, der als Portugiese auf den Azoren zumindest national betrachtet Heimvorteil genießt, sicherte sich die zweite Bestzeit des Tages und distanzierte den Peugeot 208 T16 auf 6,3 Sekunden. “Es kann ja nicht sein, dass nur ich Pech habe”, meint der bis dato in der Saison oft gebeutelte 27-Jährige. “Natürlich würde ich lieber auf der Strecke als durch die Probleme der anderen gewinnen. Aber auch sie haben von meinen Pannen profitiert.”

Schaffen es die Mechaniker bei Peugeot über Nacht, das Auto im Servicepark zu reparieren, scheint Abbring weiter ein heißer Kandidat auf den Sieg beim fünften ERC-Lauf der Saison zu sein. Er liegt nur 6,3 Sekunden zurück, doch Sousa ist angestachelt: “Ich werde höllenmäßig strampeln, um die Rallye zu gewinnen. Das ist jetzt möglich, aber ich muss klug sein.” Auf Podiumskurs befindet mit dem Drittplatzierten Vasily Gryazin (Fiesta S2000) ein weiterer Ford-Pilot. “Es lief gut für uns”, sagt der Lette.

Er hatte wegen des mit Plattfuß qualmenden Peugeot 207 S2000 von Robert Consani seine liebe Mühe hatte, den Durchblick zu behalten: “Am Ende war es deswegen etwas staubig, aber ich bin froh, den Tag über die Bühne gebracht zu haben. Ich habe permanent Druck gemacht.” Die Azoren-Rallye geht am Samstag mit sechs weiteren Abschnitten zu Ende.