big2_Magalhaes_262

Sousa gewinnt Azoren Rallye

Im Fiesta RRC hatte Sousa genau dann aufgedreht, als es zählte, schließlich schien der Niederländer am Schlusstag über weite Strecke der schnellere der beiden Rivalen zu sein, allerdings waren technische Probleme omnipräsent. Für die Niederlage Abbrings im brandneuen 208 T16 RS war auch eine Zehn-Sekunden-Strafe verantwortlich: Die Sanktion hatte er dafür aufgebrummt bekommen, dass er verspätet zum Start der elften Etappe erschienen war.

Die Peugeot-Crew hatte noch daran gearbeitet, das Problem mit der Servolenkung, das Abbring am Freitag viel Zeit gekostet hatte, in den Griff zu bekommen. Dritter wurde überraschend der 43-jährige Oldie Jean-Michel Raoux (Peugeot 207 S2000), der von Pech und Unvermögen der Konkurrenz profitierte.

Motor, Startvorrichtung, Reifenschaden

Der Reihe nach: Schon am Vormittag hatten beide Piloten diverse Probleme zu beklagen. Als der Schlusstag der Rallye mit dem zwölften Abschnitt eröffnet wurde, zickte sowohl unter der Haube des Peugeot als auch unter der des Ford der Motor. “Manchmal habe ich Leistung, manchmal nicht. Vielleicht ist es die Einspritzung”, schildert der schon zu diesem Zeitpunkt zweitplatzierte Abbring, der den Rückstand auf Sousa auf 10,7 Sekunden verkürzte, die Bestzeit aber Ricardo Moura (Ford Fiesta RS) überlassen musste.

Apropos Sousa: Der 27-jährige Lokalmatador stimmt in das Klagelied beim Thema Motor ein. “Keine Ahnung, ob das mit der Höhenlage zusammenhängt. Das kann schon ein Grund sein”, rätselt der Portugiese. “Es fehlt einfach etwas an Leistung.” Bei Sousa streikte auch die Startelektronik des Fiesta RRC: “Wir haben keinen weiteren Sensor, also gibt es nichts, was wir unternehmen könnten. Ich hörte, dass das Teil rund 1.000 Euro kosten soll. Ich verliere an jedem Start drei Sekunden. Ich spiele mit der Kupplung, aber da muss ich vorsichtig sein, sonst ist die demnächst auch im Eimer.”

Raoux profitiert von Gryazin-Unfall

Ehe es in den Servicepark ging, setzten auf den Wertungsprüfungen 13 und 14 erneut Moura sowie der außer Konkurrenz wiedereingestiegene Mitfavorit Kajetan Kajetanowicz (Ford Fiesta RS) die Bestmarken. Die strauchelnden Gesamtführenden lieferten sich dahinter ein enges Duell, in dem Sousa seinen Vorsprung bis zur Reparaturpause auf 19,1 Sekunden vergrößerte – auch, weil Abbring nach einer Wasserdurchquerung Bekanntschaft mit einem Straßengraben machte: “Ich lenkte ein und es stand mehr Wasser als erwartet. Ich hatte Aquaplaning, rutschte nach außen und wir haben uns gedreht.” Das Peugeot-Ass ärgert sich mächtig: “Das hätte nicht passieren dürfen.”

Abbring fand auf den Etappen 15 und 16 zurück zu alter Stärke. Mit zwei Erfolgen auf beiden Abschnitten verkürzte er den Rückstand auf Sousa auf 5,1 Sekunden, auch weil der einen Plattfuß zu beklagen hatte. Alle Podiumshoffnungen dahin waren für Vasily Gryazin: Bis dato mit komfortablem Vorsprung auf Platz drei liegend versenkte der erst 20-jährige Lette seinen Ford Fiesta S2000 in einer 90-Grad-Linkskurve neben der Fahrbahn. Der Schaden hielt sich in Grenzen, Weiterfahren aber ausgeschlossen. Raoux staubte ab: “Ich bin sehr glücklich und sehr überrascht.”

Der Einfluss der Azoren-Rallye auf die ERC-Gesamtwertung hält sich in Grenzen, nachdem Skoda auf den Trip auf die Atlantikinseln verzichtet hatte. Es führt weiter der Finne Esapekka Lappi (98 Punkte) vor dem an diesem Wochenende glücklosen Peugeot-Piloten Craig Breen (69) und der Skoda-Hoffnung Sepp Wiegand (48). Der Sachse wird sich glücklich schätzen, dass der punktgleiche Gryazin ein gutes Azoren-Resultat leichtfertig in den Straßengraben warf.

sardinien-2

51 Teams auf Sardinien

Fünfzehn Autos haben für die WRC-Kategorie genannt. Hayden Paddon wird sein Debüt im Hyundai i20 geben. Khalid Al Qassimi und Henning Solberg kehren in einem Citroen DS3 und einem Ford Fiesta RS zum WM-Zirkus zurück, nachdem beide bei der vergangenen Rally Argentina fehlten.

Ebenfalls zurück ist Jaroslav Melicharek. Der Slowake bestreitet in einem Fiesta RS seine erste Rallye seit seinemurn-newsml-dpa-com-20090101-130622-99-03048_large_4_3 (1) Saisonstart in Monte Carlo.

Die WRC2-Kategorie weist mit 26 Teams das stärkste Teilnehmerfeld der Saison  auf. Darunter die Top 4 der WM – Yuriy Protasov, Lorenzo Bertelli, Nasser Al-Attiyah und Karl Kruuda.

Die neuen R5-Autos von Citroen und Peugeot werden erstmals in der WRC2 starten. Der regierende WRC3-Champion Sebastien Chardonnet setzt beim Debüt des neuen Citroen DS3 R5 im Cockpit. Kruuda wechselt von einem Fiesta S2000 zu einem Peugeot 2008 T16.

Das Event von 5. bis 8. Juni startet in Cagliari im Süden der Mittelmeer-Insel. Die Basis ist in Alghero. Es umfasst 17 Prüfungen und 371,94km.

SousaAzoren

Sousa führt auf den Azoren

Vor wenigen Stunden war es Craig Breen, der auf dem besten Wege schien, den Azoren-Lauf zur Rallye-Europameisterschaft (ERC) für sich zu entscheiden. Am späten Freitagnachmittag dürfte der Peugeot-Pilot nur Frust schieben: Nach der neunten Etappe, die er mit einer Bestzeit abgeschlossen hatte, versagte sein 208 T16 den Dienst. Vor qualmender Motorhaube stehend musste der Ire mitansehen, wie Markenkollege Kevin Abbring die Führung an sich riss – und an Bernardo Sousa (Ford Fiesta RRC) abgab.

Doch der Reihe nach: Abbring hatte bereits mit einem tadellosen Ritt über den achten Abschnitt 5,3 Sekunden des Vorsprungs Breens abgeknabbert, ehe der ehemalige WRC-Academy-Gewinner zum Konter ansetzte und anschließend den Abschleppwagen rufen musste. “Alles lief glatt, die Steine sind weg und ich habe es genossen”, so Abbring, der von seinem nahenden Technikpech zu diesem Zeitpunkt noch nichts ahnte: “Bis zum Service hatte ich keinen Schimmer von unserem Rückstand. Wir haben nur gesagt bekommen, wir sollten klug sein und den Doppelerfolg absichern.”

10320573_307999526022236_2025859832271688144_nSpätestens vor der zehnten Wertungsprüfung war klar, dass daraus nichts werden würde, schließlich musste Breen die Rallye aufgeben. Doch kurz darauf setzte auch bei Abbring die Servolenkung aus. “Plötzlich, auf den letzten acht oder neun Kilometern, glaubte ich an einen Differentialschaden. So bin ich ein Auto noch nie gefahren. Du driftest ein kleines bisschen und schon sind Hopfen und Malz verloren”, erklärt der 25-Jährige. Nutznießer war Sousa, der die Etappe gewann und seinem gehandicapten Kontrahenten 23,3 Sekunden abnahm.

Sousa will sich mit Haut und Haaren wehren

Abbrings Polster reichte aus, um die Gesamtführung zu behalten, doch auch die war nach der elften Wertungsprüfung futsch. Sousa, der als Portugiese auf den Azoren zumindest national betrachtet Heimvorteil genießt, sicherte sich die zweite Bestzeit des Tages und distanzierte den Peugeot 208 T16 auf 6,3 Sekunden. “Es kann ja nicht sein, dass nur ich Pech habe”, meint der bis dato in der Saison oft gebeutelte 27-Jährige. “Natürlich würde ich lieber auf der Strecke als durch die Probleme der anderen gewinnen. Aber auch sie haben von meinen Pannen profitiert.”

Schaffen es die Mechaniker bei Peugeot über Nacht, das Auto im Servicepark zu reparieren, scheint Abbring weiter ein heißer Kandidat auf den Sieg beim fünften ERC-Lauf der Saison zu sein. Er liegt nur 6,3 Sekunden zurück, doch Sousa ist angestachelt: “Ich werde höllenmäßig strampeln, um die Rallye zu gewinnen. Das ist jetzt möglich, aber ich muss klug sein.” Auf Podiumskurs befindet mit dem Drittplatzierten Vasily Gryazin (Fiesta S2000) ein weiterer Ford-Pilot. “Es lief gut für uns”, sagt der Lette.

Er hatte wegen des mit Plattfuß qualmenden Peugeot 207 S2000 von Robert Consani seine liebe Mühe hatte, den Durchblick zu behalten: “Am Ende war es deswegen etwas staubig, aber ich bin froh, den Tag über die Bühne gebracht zu haben. Ich habe permanent Druck gemacht.” Die Azoren-Rallye geht am Samstag mit sechs weiteren Abschnitten zu Ende.

IMG_6355

Saar-Ost steht in den Startlöchern

Am 24.Mai startet mit der Rallye „Saar-Ost“  der dritte Lauf zur Saarländischen ADAC Rallye Meisterschaft . Die Veranstalter  des MSC Schiffweiler und des MC Saar-Ost haben die Veranstaltung durch eine Top Organisation und abwechslungsreiche Streckenwahl zu einem der besten Events der Saarländischen Rallye Meisterschaft geschaffen. Insgesamt sechs Prüfungen die in 2 Schleifen absolviert werden versprechen eine Menge  Action.Wie gewohnt bieten die Veranstalter wieder eine Reihe an Neuerungen.

IMG_6419

Im Programm enthalten bleibt die Prüfung “Movianto”, die in einer leicht veränderten Variante unter die Räder der Teilnehmer genommen werden muss. Neu ist ein Rundkurs im Bereich „Urexweiler“ powered by Automobile Klos. Unter der Schirmherrschaft von proWIN befahren die Teilnehmer in diesem Jahr auch wieder eine Prüfung im Raum St. Wendel. Auch die Fans des unbefestigten Untergrunds kommen bei der Rallye Saar-Ost voll auf ihre Kosten. Von insgesamt 32 WP-Kilometern bewegen die Teilnehmer ihre Boliden 2 km über feinen, materialschonenden Schotter.
Das Rallyezentrum befindet sich wie schon in den Vorjahren auf dem Festplatz in Wiebelskirchen mit dem angrenzenden „Haus am See“ des Diakonischen Werkes. Hier gibt es am Tag der Veranstaltung das Programmheft mit allen wichtigen Informationen und einen ausführlichen Rückblick auf die vergangenen Jahre. Um 13:01 Uhr starten die Teilnehmer  auf dem Stummplatz die Jagd auf die Bestzeiten. Auch die Starterliste lässt nicht zu wünschen übrig.
Als Lokalmatadoren starten Uwe Gropp in seinem fenomenalen Citroen C2 1600, Franco Decker in seinem BMW 320is, Sven Schöde auf Citroen Saxo, Stefan Malter mit seinem Peugeot 306,Jörg Broschart(Mitsubishi Lancer), Christian Kirsch(Opel Astra) , Sven Schöde auf Citroen Saxo, Alexander Gräff mit seinem Opel Kadett und Sascha Winter in seinem Mitsubishi Lancer.
IMG_1571
Als Topfavorit geht Rainer Noller ins Rennen. Er bringt seinen bärenstarken Porsche 911 GT3 an den Start und möchte mit Copilot Stefan Kopczyk seine Siegesserie fortsetzen: „Ich versuche in diesem Jahr erneut die Saarländische ADAC Rallye Meisterschaft zu gewinnen. Alle Veranstaltungen haben ein hohes Niveau, die Konkurrenz ist stark und es macht einen riesen Spaß“,  schwärmt der amtierende Saarländische Vizemeister. Momentan führt er die Meisterschaft mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,22 Punkten an.
Als richtiger Fan, aber auch als Schaulustiger aus der Umgebung ist die 19.Auflage der Rallye Saar-Ost am 24.Mai.2014 ein absolutes muss.
world-rally-championship-2014-calendar-rally-mexico

Neue Chance für Brasilien & China

Neuer WM-Anlauf in Brasilien und China

Das zähe Ringen um die Ausdehnung der Rallye-Weltmeisterschaft geht weiter. Jetzt gibt es in Brasilien und China erneut Anläufe, um das begehrte Prädikat zu bekommen.NEUE LÄNDER GESUCHT: Vor allem Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) sind bei der FIA als Austragungsorte gefragtNEUE LÄNDER GESUCHT: Vor allem Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) sind bei der FIA als Austragungsorte gefragt

Aktuell steht es 10:3 für Europa. Um dem Titel „Weltmeisterschaft“ gerecht zu werden, will die FIA das Verhältnis in Richtung 7:6 verändern. Das ist leichter gesagt, als getan, denn außerhalb des alten Kontinents lassen sich nur schwer Veranstaltungen finden, die den hohen Ansprüchen der Topliga gerecht werden. Entsprechende Versuche scheiterten in der jüngsten Vergangenheit. Jetzt kommt es erneut zu Anläufen, Brasilien und China als Austragungsorte in die Weltmeisterschaft zu hieven.

 Eine brasilianische Abordnung reiste bereits nach Portugal und setzte die Gespräche in Argentinien fort. Die Pläne der Südamerikaner sind ambitioniert: Noch vor dem Sommer soll der vom Weltverband geforderte Probelauf stattfinden, mit dem man die WM-Tauglichkeit unter Beweis stellt.

 Während die Brasilianer tatsächlich Teil der Rallye-WM 2015 sein könnten, dürfte den Chinesen die Zeit davon laufen. Während im Vorjahr die Überlegungen eine Rallye in der von Peking weit entfernten Region Gansu stattfinden zu lassen, auf wenig Anklang stießen, soll nun eine Veranstaltung in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt möglich sein. Allerdings soll diese erst im Spätsommer über die Bühne gehen, womöglich kann die Rallye dann nicht mehr in der Saisonplanung berücksichtigt werden, denn bereits im September will die FIA den Kalender 2015 vorstellen.

PAPhoto4srl_565283

Hänninen und Paddon starten in Polen

Hänninen in Polen – Sordo in Goodwood

Hyundai hat die Fahrerpaarungen für den kommenden WM-Lauf in Polen bekanntgegeben. Neben Thierry Neuville wird Juho Hänninen für das Team antreten, dazu kommt Hayden Paddon in einem dritten i20 WRC. Dani Sordo soll unterdessen für Spektakel in Goodwood sorgen.ENTSCHEIDUNG: Weil die Prüfungen der Rallye Polen denen in Finnland ähneln, setzt Hyundai Juho Hänninen ins zweite WerksautoENTSCHEIDUNG: Weil die Prüfungen der Rallye Polen denen in Finnland ähneln, setzt Hyundai Juho Hänninen ins zweite Werksauto

 Auf den schnellen und flüssigen Schotterprüfungen in Polen und Litauen (26. bis 29. Juni)  ist Juho Hänninen für Hyundai erste Wahl, wenn es um die Besetzung des zweiten Werksautos geht. Der Finne bekam den Vorzug gegenüber Dani Sordo. Der Spanier muss sich bis zu seinem nächsten WM-Einsatz eine Weile gedulden und wird zur gleichen Zeit beim Goodwood Festival of Speed Showrunden im i20 WRC drehen.

 In Polen kommt außerdem ein dritter Hyundai zum Einsatz. Hayden Paddon, der auf Sardinien (5. bis 8. Juni) seine Premiere im i20 WRC feiern wird, tritt bei insgesamt sieben WM-Läufen unter dem Teamnamen „Hyundai Motorsport N“ an.